Label/ Label Code (LC)
Das Label meint die Schallplattenfirma. “Label” heisst an sich “Kennzeichnung, Etikett”. Es gibt Major-Labels, nämlich diejenigen, die rechtlich den grossen Musikkonzernen gehören und davon gesondert insbesondere die Independent-Labels, die unabhängig gebliebenen Schallplattenfirmen.
Der von der GVL vergebene Label Code (LC) ist die Registrierungsnummer für Tonträgerhersteller.
Label in der Musikbranche
Ein Label (kurz für Plattenlabel) ist ein Unternehmen oder eine Marke, die Musikwerke produziert, veröffentlicht, vermarktet und vertreibt. Labels spielen eine zentrale Rolle in der Musikindustrie, indem sie Künstler unterstützen, ihre Werke an ein Publikum zu bringen, und Einnahmen aus der Verwertung generieren.
Labels lassen sich in verschiedene Kategorien unterteilen, darunter Major-Labels, Independent Labels (Indies) und Sub-Labels. Jedes Label hat unterschiedliche Geschäftsmodelle, Rechte und Pflichten.
Definition und Funktionen
Ein Label übernimmt die organisatorischen, finanziellen und kreativen Aspekte der Veröffentlichung von Musik und unterstützt Künstler in folgenden Bereichen:
Produktion:
- Finanzierung und Koordination von Musikaufnahmen in Studios.
- Bereitstellung von Produzenten, Toningenieuren und Technik.
Veröffentlichung:
- Veröffentlichung von Musik auf physischen Medien (Vinyl, CDs) und digitalen Plattformen (Streaming, Downloads).
Vermarktung:
- Entwicklung von Marketingstrategien, einschließlich Social Media, Radio-Promotion, Musikvideos und Werbung.
Vertrieb:
- Zusammenarbeit mit Vertriebspartnern, die Musik an Händler, Streaming-Dienste oder Konsumenten liefern.
Künstlerentwicklung:
- Unterstützung bei der Karriereplanung, Markenbildung und langfristigen Künstlerförderung.
Arten von Labels
1. Major-Labels
- Große, global agierende Musikunternehmen mit umfassender Infrastruktur.
- Beispiele:
- Universal Music Group.
- Sony Music Entertainment.
- Warner Music Group.
- Merkmale:
- Große finanzielle Ressourcen.
- Weltweite Vertriebsnetzwerke.
- Fokus auf kommerziellen Erfolg.
2. Independent Labels (Indie-Labels)
- Unabhängige Labels, die nicht an große Konzerne gebunden sind.
- Beispiele:
- Sub Pop Records.
- XL Recordings.
- Merkmale:
- Fokus auf Nischenmärkte und kreative Freiheit.
- Oft begrenzte finanzielle Mittel.
- Engere Zusammenarbeit mit Künstlern.
3. Sub-Labels
- Tochterunternehmen großer Major-Labels.
- Merkmale:
- Spezialisierung auf bestimmte Genres oder Märkte.
- Profitieren von der Infrastruktur der Muttergesellschaft.
Rechte und Pflichten eines Labels
Rechte
Masterrechte:
- Das Label besitzt in der Regel die Rechte an den Masteraufnahmen (Originalaufnahmen).
- Kontrolliert die Verwertung der Musik (Veröffentlichung, Streaming, Lizenzierung).
Verwertungsrechte:
- Rechte zur Vervielfältigung, Verbreitung, Aufführung und Bearbeitung von Musik.
Markenrechte:
- Schutz des Labels als Marke (Logo, Name).
Pflichten
- Finanzierung:
- Übernahme der Kosten für Produktion, Marketing und Vertrieb.
- Förderung:
- Entwicklung und Unterstützung der Künstler.
- Vertragserfüllung:
- Einhaltung der vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Künstlern und Dritten (z. B. Vertriebsunternehmen).
Typische Verträge mit Labels
Plattenvertrag:
- Vereinbarung zwischen Label und Künstler über Produktion und Vermarktung von Musik.
- Regelt die Vergütung (z. B. Vorschüsse, Tantiemen) und Rechteübertragung (z. B. Masterrechte).
Distributionsvertrag:
- Vereinbarung zwischen Label und Vertriebspartnern über die Distribution von Musik.
Lizenzvertrag:
- Erlaubt Dritten, Musik für bestimmte Zwecke zu nutzen (z. B. Filme, Werbung, Coverversionen).
Künstlerexklusivvertrag:
- Der Künstler verpflichtet sich, exklusiv für das Label zu arbeiten.
Vergütungssysteme
Tantiemen (Royalties):
- Künstler erhalten eine Beteiligung an den Einnahmen aus Verkäufen, Streaming oder Aufführungen.
Vorschüsse:
- Labels zahlen Vorschüsse, die mit späteren Einnahmen verrechnet werden.
Gewinnbeteiligung:
- Einige Labels bieten Künstlern eine Beteiligung am Nettogewinn anstelle einer festen Vergütung.
Haftung
1. Urheberrechtsverletzungen
- Labels haften, wenn sie Musik veröffentlichen, die Rechte Dritter verletzt (z. B. durch unlizenzierte Samples).
2. Vertragsverletzungen
- Labels können verklagt werden, wenn sie vertragliche Verpflichtungen gegenüber Künstlern oder Partnern nicht erfüllen.
3. Markenrechtsverletzungen
- Nutzung von Namen oder Logos ohne Genehmigung kann rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Verwertungsrechte eines Labels
1. Mechanische Rechte
- Herstellung und Vertrieb von physischen Tonträgern wie CDs oder Vinyl.
2. Streaming- und Download-Rechte
- Digitale Distribution über Plattformen wie Spotify, Apple Music oder Amazon.
3. Synchronisationsrechte
- Nutzung von Musik in audiovisuellen Medien (z. B. Filme, Werbung, Videospiele).
4. Aufführungsrechte
- Öffentliche Aufführung oder Wiedergabe von Musik (z. B. Radio, TV).
Gerichtliche Entscheidungen
Kesha vs. Dr. Luke und Sony Music (USA, 2016):
- Streit um einen Plattenvertrag, der Kesha verpflichtete, weiterhin mit ihrem Produzenten zu arbeiten.
- Zeigte die Macht von Labels und die Abhängigkeit der Künstler.
Taylor Swift vs. Big Machine Records (USA, 2019):
- Streit um die Masterrechte von Swifts frühen Alben.
- Swifts Entscheidung, ihre Musik neu aufzunehmen, führte zu einer Debatte über die Kontrolle von Künstlerrechten.
GEMA vs. YouTube (Deutschland, 2015):
- Streit um die Lizenzierung von Musikvideos auf YouTube.
- Entscheidung führte zu neuen Vergütungsmodellen für Labels und Künstler.
Internationale Aspekte
Europa
- Starke Regulierung durch EU-Urheberrechtsrichtlinien.
- Labels müssen Künstler fair vergüten und Transparenz in Verträgen gewährleisten.
USA
- Labels haben oft weitreichende Rechte, insbesondere bei Masteraufnahmen.
- Rechtliche Auseinandersetzungen sind häufig.
Asien
- Labels wie JYP oder YG Entertainment (Südkorea) sind eng in die Entwicklung und das Management von Künstlern integriert.
- Fokus auf globale Märkte und digitale Verwertung.
Afrika
- Wachsende unabhängige Labels, die afrikanische Musik international fördern (z. B. Afrobeat, Amapiano).
- Herausforderungen bei der Durchsetzung von Rechten.
Herausforderungen und Trends
Streaming-Dienste:
- Labels müssen sich an die Dominanz von Plattformen wie Spotify und YouTube anpassen.
Unabhängigkeit von Künstlern:
- Dank Social Media und Self-Publishing-Plattformen können Künstler Labels zunehmend umgehen.
Technologie:
- Blockchain-Technologie könnte die Vergütung und Rechteverteilung transparenter machen.
Zusammenfassung
Labels sind zentrale Akteure in der Musikindustrie, die Künstler unterstützen, Musik produzieren und vermarkten. Sie unterscheiden sich in Major-, Independent- und Sub-Labels, wobei jedes Modell spezifische Vor- und Nachteile bietet. Labels sichern ihre Rechte durch Masterrechte, Lizenzverträge und Verwertungsmodelle, während sie gleichzeitig für die Förderung und Vergütung der Künstler verantwortlich sind. Die Branche steht vor Herausforderungen durch Digitalisierung, neue Technologien und sich verändernde Künstlerbedürfnisse.
|